Ein neuer Versuch - 15.04.2014

Es ist 15:25 Uhr. Um 16 Uhr habe ich einen Arzttermin, da ich seit längerer Zeit einen Ausschlag an den Händen habe. Vermutlich ausgelöst von Stress. Meine Haare muss ich heute zum Glück nicht waschen, also putze ich mir die Zähne und wasche mir das Gesicht. Ich will nicht gehen, denke ich. Schon wieder. Ich ziehe mir einen Lidstrich und betrachte mein Spiegelbild. Ich kann nicht gehen. Wozu sollte ich zum Arzt gehen? Meine Hände sehen sowieso schon viel besser aus.Ich ziehe mir wieder eine Jogginghose an und lege mich zurück in mein Bett. Ich will nicht mehr.
"Sag den Termin wenigstens ab", sagt meine Mutter kurz bevor sie das Haus verlässt. "Jaja", erwidere ich. Natürlich mache ich es nicht. Ich kann nicht einmal mehr mit Fremden telefonieren. Ich bin 18 Jahre alt. Wie soll ich jemals allein zurecht kommen?

I have lost myself again - 14.04.2014

Heute wollte ich in die Stadt gehen. Nein, ich sollte. Da es meiner Mutter körperlich nicht gut geht (obwohl es ihr nie körperlich gut geht), sollte ich etwas für sie kopieren und dann bei der Post abschicken gehen.

Ich quäle mich also unter die Dusche und brauche bloß 5 Minuten, weil ich möglichst schnell wieder in mein Bett will. Ich trockne mich ab, ziehe mich an, föhne mir 20 Minuten lang die Haare. Pause. Ich bin erschöpft.
Ich warte bis das Glätteisen heiß genug ist und glätte mir anschließend ebenfalls 20 Minuten lang die Haare.
Gut, Zeit für meine Gesichtsmaske. Ich gehe ins Badezimmer, meinen Handspiegel in der Hand und betrachte mein Gesicht. Meine Haut sieht in Ordnung aus, wenn auch extrem trocken. Okay, lassen wir das mit der Maske, denke ich und gehe zurück in mein Zimmer. Ich versuche ein paar rote Stellen in meinem Gesicht abzudecken. Ich sehe bescheuert aus.
Müde schaue ich aus dem Fenster, die Sonne scheint. Ich kann das nicht! Schreit mein Kopf. Und ich stimme zu. Ich kann das nicht. Was soll das überhaupt? Wozu mache ich mir die Mühe? Weil meine Mutter nicht kann, ja. Es tut mir leid. Ich bin eine Versagerin.
Ich lege mich zurück ins Bett und versuche innerlich wieder runterzukommen. Und dann schreibe ich diesen Text.

Heute ist kein besonderer Tag. Außer vielleicht, dass ich tatsächlich mal geduscht habe. Dass ich mich tatsächlich mal um meine Haare gekümmert habe, anstatt sie achtlos in nassem Zustand in einen Dutt zu knoten, den ich die ganze nächste Woche lang nicht mehr aufmachen würde.

Ich hatte schon immer Schwierigkeiten mit anderen Menschen. In dem Sinne, dass ich Angst vor ihnen hatte. Ich war schüchtern und unsicher. Ich hatte immer Angst, abgelehnt zu werden. Das ist also nichts neues. Selbst im letzten Jahr war es schlimm, aber nie schlimm genug, dass ich nicht mehr rausgehen konnte. Natürlich war ich nicht wie die anderen. Ich hatte nie viele Freunde und mir wäre es im Traum nicht eingefallen, je “feiern” zu gehen. Doch das war alles nicht so schlimm.
Jetzt dagegen habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich nicht einmal mehr einkaufen gehen kann. Und ich frage mich, wie weit das alles noch geht.

But I have lost your face
It slips between my fingers now
And all of the world is gray
As though you took the colors with you
When you went and passed away

April  4   ( 545 )   via   /   source   +

The Reason I want to die - 04.04.2014

Der Grund, warum ich über das Sterben nachdenke, ist vermutlich nichts besonderes. Ich bin feige. Ich bin feige und ich bin müde.
Jeden Tag versuche ich zu kämpfen und scheitere dabei kläglich. Sei es ein Kampf darum, mal nicht bis 18 Uhr zu schlafen, obwohl ich erst um 7 Uhr morgens “im Bett” war. Oder ein Kampf darum, eine Dusche zu nehmen. Das klingt vermutlich schräg, aber ich dusche manchmal über längere Zeit nicht, weil ich keine Kraft dazu finde. Oder der Kampf darum, soziale Beziehungen am Leben zu erhalten. Ich habe ziemlich genau 2 Freunde. Und mindestens eine davon versteht nicht, was mit mir los ist.
Der Kampf darum, mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr ich kämpfe. Wie sehr ich mir wünsche, das alles hätte ein Ende.

Warum ich diesen Wunsch nicht erfüllen kann, ist eine andere Sache.
Vor fast 2 Jahren hat mein ältester Bruder sich das Leben genommen. Er war 22 Jahre alt, als er am 1.8.2012 vom höchsten Gebäude der Universität in (Stadtname einfügen) sprang. Er war, vermutlich, sofort tot. Jedenfalls hoffe ich das. “Warum?”, fragt man sich da. Nun, warum nimmt sich ein so junger Mensch das Leben? Er wollte es nicht mehr. Er hatte es vermutlich satt, sich leer und nutzlos zu fühlen. Er hatte es satt, nichts als Schmerz zu erleben. Das Leben kann so schmerzhaft sein. Und ja, es kann schön sein. Es kann glücklich sein. Doch wenn es das nicht ist, wenn man schon alles verloren hat, das einen glücklich machen könnte. Alles, was einem wichtig war. Was macht man dann? Therapie? Ich habe etliche Therapien gemacht und wo bin ich jetzt? Ich schreibe einen Post darüber, wieso ich gerne sterben würde. Ziel: verfehlt.Zurück zu meinem Bruder. “Wie war das für dich?”, die zweite Frage die man in der einen oder anderen Ausführung oft hört. Wie es für mich war? Stell dir vor, du hast noch niemals in deinem Leben einen Menschen endgültig verloren. Ich rede nicht von Trennungen, von Streit oder Ignoranz. Ich rede vom Tod. Auf welche Art und Weise dieser auch immer eingetreten haben mag. Stell dir vor, du wurdest noch nie mit einem solchen Verlust konfrontiert. Klar, du schaust gern Krimis, da sterben ständig Leute. Aber es betrifft dich nun mal nicht. Und eines Tages, mit zarten 16 Jahren, wachst du auf und dein Bruder, den du so gut kanntest, dein Fleisch und Blut — ist tot. Ich kann es nicht beschreiben. Es ist, als hätte dir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Es ist, als würdest du selbst innerlich verkommen, sterben.
Ich habe vorher noch nie einen toten Menschen gesehen. In echt, meine ich. Ich wusste nicht, dass ein Mensch grau-blau anfärbt, dass sein Gesicht zusammenfällt, oder wie es riecht. Dieser Geruch ist etwas, das ich wahrscheinlich nie mehr in meinem Leben vergessen werde. Es war kalt und dieser seltsame Geruch war im ganzen Raum. Er war gebettet wie ein.. Toter. Obwohl er aussah, als würde er schlafen. Augen und Mund geschlossen. Ich frage mich, ob er mit genau diesem Ausdruck gestorben ist. Oder ob er präpariert wurde, um uns nicht zu erschrecken. Er wirkte viel dünner und kleiner als früher. Seine Arme, seine Hände, seine Finger, seine Beine waren gebrochen. Sie waren bandagiert und komplett schief. Ich habe damals einen Brief zwischen seine Hände geschoben und ich wünschte, ich könnte diesen Anblick vergessen. Doch seine Haut habe ich nie angefasst. Ich weiß nicht, wie es sich angefühlt hätte. Kalt vermutlich. Aber hätte es sich noch menschlich angefühlt?
Ich erinnere mich an einen Tag, an dem mein Vater zu der Leiche seines Sohns sagte: “Wach auf. Steh auf. Wir gehen nach Hause.”
Allein der Gedanke daran zerreißt mich in Stücke.
Meine Mutter nahm eine Haarsträhne ihres Sohns mit nach Hause. Bevor er kremiert wurde. Nein, halt, bevor seine Leiche kremiert wurde. Diese Haarsträhne befindet sich heute in einer kleinen Plastiktüte, geklebt an eine Einladung zur Beerdigung. Ich habe sie seither nicht mehr geöffnet und fürchte es ein wenig. Ich will nicht erneut von diesem Geruch umströmt werden. Gerüche können meiner Meinung nach Erinnerungen am stärksten zurückbringen.

Wie geht man mit dem Tod eines geliebten Menschen um? Es gibt nur eines: Verdrängung.
Verdrängung ist der einzige Weg überhaupt, mit schlechten Erinnerungen klarzukommen. Menschen sagen sich, dass Verdrängung nicht funktioniert. Dass man schlechte Erinnerungen ans Licht bringen, darüber reden und sie “verarbeiten” bzw. akzeptieren muss. All das habe ich gemacht. Ich habe oft darüber geredet, es zumindest versucht. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass mein Bruder nicht mehr da ist, dass er sich das Leben genommen hat und niemand Schuld daran hat. Geht es mir besser dadurch? Absolut nicht. Der Schmerz verändert sich nicht, wenn man die Situation akzeptiert. Das einzige, was bleibt ist, den Schmerz zu verdecken. Vielleicht mit glücklichen Gefühlen, oder auch mit anderem Schmerz. Verdrängung ist das einzige Weg, um über etwas “hinweg” zu kommen. Und wenn mir jemand etwas anderes erzählt, schlag ich ihm eine rein.  Ich habe die letzten 20 Monate überlebt, indem ich die Tatsache verdrängt habe, dass ich überhaupt jemals einen zweiten Bruder hatte. Wenn ich davon erzählt habe, dass er sich das Leben genommen hat, wie er sich das Leben genommen hat, wurde ich auf gewisse Weise apathisch. Es war, als sprach ich von jemand anderem. Jemanden, den ich niemals gekannt hatte. Als wäre dieses traurige Schicksal jemand anderem zugestoßen. Das klappt eigentlich so gut wie die ganze Zeit.
Das Problem ist bloß, dass es manchmal Ausbrüche gibt. Manchmal träume ich davon, dass mein Bruder wieder lebt, oder dass ich ihn vom Tod zurückgeholt habe. Als wollte mein Unbewusstsein mir absichtlich eins reinwürgen. Wenn ich dann aufwache, wirft mich das erst einmal aus der Bahn, sodass ich ein paar Tage brauche, bis es wieder erträglich ist.

Ich weine nicht mehr. Ich trauere nicht mehr. Ich bin einfach da. Und ich wünschte, ich wäre es nicht mehr. Doch leider weiß ich jetzt, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren. Und ich will nicht, dass das noch einmal passiert.

Was ich aber jedem auf Tumblr ans Herz legen will:

Bitte verwechselt Schüchternheit oder Introvertiertheit nicht mit einer Angststörung. Jede psychische Störung muss von einem Psychologen diagnostiziert werden. Selbsttests aus dem Internet sind nicht gültig.
Danke.

Untitled

Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass irgendjemand diesen Blog findet und überlege gerade ernsthaft, ihn auf privat zu stellen. Aber okay. Lassen wir erst mal alles so, wie es ist.
Mein Vorsatz, jeden Tag einen Eintrag zu posten, ist natürlich in die Hose gegangen. Nicht, dass ich zu beschäftigt gewesen wäre oder so, nein. Ich liege jeden Tag zu Hause in meinem Bett und mache nichts. Außer zu essen, Serien zu schauen und gelegentlich in Panikattacken zu verfallen.

Ich wollte ein Tagebuch darüber führen, wie es ist, an einer sozialen Phobie zu leiden. In wie weit diese Krankheit einen im Alltag einschränkt. Aber vielleicht ist dieser leere Blog die beste Erklärung. Zu viel Angst, etwas privates ins Internet zu stellen, obwohl das sowieso nie jemand lesen oder zumindest nicht ernst nehmen/auf mich zurückführen wird. Ich habe Angst, andere mit meinen Problemen zu belästigen. Selbst, wenn es niemand liest. Klingt doof, ja. Generell macht hier gerade nichts Sinn. Ich sollte an meiner Vorgeschichte weiterschreiben.

Prokrastination und ich sind beste Freunde.

13.03.2014 - Ein gewöhnlicher Tag?

Es ist Donnerstag. Ich stehe, wie üblich, nachmittags auf. Gewöhnlich für mich, für andere nicht. Während die meisten anderen sich um diese Zeit noch in der Schule aufhalten, quäle ich mich schwermütig aus dem Bett, nachdem bereits 2 Wecker geklingelt haben. Ich sehe mich in meinem Zimmer um und frage mich, was mich wohl an diesem Tag erwartet. Nichts.

Die Sonne scheint und man merkt allmählich, dass der Frühling beginnt. Bei dem Gedanken wird mir mulmig. Ich hasse den Frühling. Fast genau so wie ich den Sommer hasse. Warum? Es ist hell und vorallem natürlich warm. Das mag überspitzt klingen, doch ich fühle mich in der Dunkelheit wohler. Die meiste Zeit vermeide ich es, im Hellen rauszugehen. Denn Sonnenlicht verbirgt nichts. Im Sonnenlicht ist es, als würde ich mich auf einem Silbertablett präsentieren. Bereit, um von allen angestarrt, kritisiert und verurteilt zu werden. Das Problem mit der Wärme versteht sich wohl von selbst: Ich kann mich nicht mehr unter einem Haufen von Kleidung verstecken.

Ich überlege, was ich essen könnte, bis mir einfällt, dass wir nichts zu essen haben. Auch nicht ungewöhnlich. Ich muss also einkaufen gehen, vom letzten Kleingeld und einer Tasche voll Pfandflaschen.
Zuerst schalte ich aber natürlich den Laptop an. Man muss schließlich klare Prioriäten setzen. Ich erledige meinen üblichen Kram und rauche eine erste Zigarette. Zwei Stunden später sitze ich noch genau so da und ziehe allmählich in Erwägung mich für die Stadt fertig zu machen.
Geduscht habe ich gestern Abend schon, Haareglätten habe gestern auch schon erledigt - umso besser. Dadurch liegen sie heute besonders gut. Ein Problem ist abgehakt.
Ich putze mir die Zähne, klatsche mir dann meine übliche Heilerdemaske ins Gesicht und gehe zurück in mein Zimmer, um noch eine Zigarette zu rauchen. Es dauert nicht lange, bis die Maske hart wird und ich sie mit einem nassen Waschlappen grob vom Gesicht rubbeln kann. Die Maske hilft nicht gegen die Pickel, allerdings gegen die Hautschüppchen die man unter jedem Make Up sieht, da meine Haut sehr trocken ist. Danach schmiere ich mir viel zu viel Feuchtigkeitscreme ins Gesicht und ziehe mir einen Lidstrich. Nun kommt die größere Schwierigkeit: Das Make Up auftragen. Ich schnappe mir drei verschiedene Foundations und pflanze mich aufs Bett. Ich beginne an den Wangen und werde schon nervös, als ich an meinen Fingen merke, dass sich noch einige Hautschuppen ablösen und mit dem flüssigen Make Up verteilen. An der Wange ist das nicht so schlimm, das fällt sowieso nicht auf, denke ich und mache weiter. Das Kinn macht keine Probleme, wenn ich es auch nicht ganz schaffe, die roten Stellen komplett abzudecken. Die Stirn gestaltet sich etwas schwieriger. Obwohl die Foundation (Bobbi Brown, knapp 50 Euro) sehr flüssig ist und vorallem für trockene Haut geeignet sein soll, sieht man jede Hautschuppe unter der beigen Creme. Ich will weinen. Wische das Make Up ab, schmiere Feuchtigkeitscreme darauf und versuchte es erneut. Es sieht immer noch blöd aus. Ich wische es wieder weg, probiere eine andere Foundation aus. Sieht besser aus, aber immer noch nicht perfekt. Scheiß doch drauf, niemand schaut genau auf deine Stirn und verurteilt dich, weil die Haut etwas trocken aussieht, denke ich und lasse es so. Die Nase - das größte Problem. Die Haut dort ist mittlerweile wieder spürbar trocken geworden. Zur Erklärung: Meine Haut scheint eine persönliche Vendetta gegen mich zu führen. Obwohl sie sehr trocken ist, fettet sie gleichzeitig. Das dauert an der Nase bloß zwei bis drei Stunden und ich kann mit den Fingern den Fettfilm samt Make Up verschmieren und abwischen.
Ich creme sie noch einmal ein und probiere es dann mit der Foundation. Na bitte. Es sieht scheiße aus. Nach langem Googlen komme ich auf den Begriff “cakey”. Genau so sieht es aus. Nein, es ist nicht zu dick aufgetragen. Es liegt an meiner Haut. Ich wische es mit dem Abschminktuch weg und trage es erneut auf. Schon wieder. Abwischen, neu auftragen. Es sieht noch immer schrecklich aus. Allmählich überlege ich, doch nicht in die Stadt zu gehen. Zumindest nicht, so lange es noch hell ist. Ich schaue in einen anderen Spiegel, der nicht vergrößert. Da sieht es okay aus. Soll ich es etwa lassen? Ich wische es erneut weg, creme dick ein und trage es noch mal auf. Okay, so lasse ich es. Ich quäle mich noch etwa 15 Minuten lang mit den Stellen neben der Nase ab, bis ich einigermaßen zufrieden bin.
Ich wette, ich bin die Einzige auf diesem Planeten, die sich so dermaßen damit schwer tut, sich zurecht zu machen, schießt es mir durch den Kopf. Andere scheißen einfach drauf und gehen los. Schließlich braucht man etwas Essbares im Haus. Bloß ich nicht.
Der Rest geht dann doch ganz schnell: Wimpern tuschen, Gesicht pudern und etwas anziehen. Als ich endlich losgehe, ist schon einige Zeit vergangen.

Sobald ich das Haus verlassen habe, merke ich ein beklemmendes Gefühl in der Bauch- und Brustregion. Meine Knie zittern und mein Herz rast. Gezielt wähle ich den Weg in Richtung Stadt, bei dem ich sicher bin, dass ich kaum Menschen über den Weg laufen werde. In meinen Ohren tönt laut The Tallest Man On Earth und irgendwie merke ich, dass es schwer ist, sich gegen die glücklichen Frühlingsgefühle zu sträuben. Auch, wenn ich weiß, dass ich ganz bald wieder zurück in mein schwarzes Loch fallen werde.
Gerade als ich einen inneren Rhythmus gefunden habe, stolpere ich über einen Stein. Ich werde knallrot und sehe mich panisch um. Hatte mir jemand zu gesehen? Lachte jemand über mich? Ein Junge überholte mich auf dem Fahrrad, er schien sich nichts dabei gedacht zu haben. Wieso sollte er auch? Ich bin ja schließlich nicht der Mittelpunkt der Erde. Jeder stolpert mal. Trotzdem gehe ich jetzt etwas unsicher weiter und schaue mir penibel auf die Füße. Ich entschließe mich dazu, den Rest des Weges doch an der Hauptstraße vorbeizugehen, da die andere Option eine Wiese mit mehreren Bänken wäre, auf denen oft Gruppen von Jugendlichen saßen, die mich jedes Mal unangenehm anstarrten.

[Dieser Text ist lang, aber nicht fertig. Und so wie alles in meinem Leben, schaffe ich es nicht, ihn zu beenden. Bitteschön.]

March  21   ( 1 )   +

Definition: Soziale Phobie

Das zentrale Merkmal sind ausgeprägte Ängste, in sozialen Situationen im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich peinlich oder beschämend zu verhalten.

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt. Begleitet wird die Angst oft durch körperliche Symptome wie Erröten, Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung und häufige Versprecher, Schwindelgefühle, Derealisation und Depersonalisation, Beklemmungsgefühle in der Brust, Kopf- und Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit (Würgereiz) oder Panikgefühle.

Um all das zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg. Dies kann ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen. Die Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, zudem erkranken viele Betroffene noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen/Medikamenten, welche die Symptome überdecken oder verdrängen können.

Nach Schätzungen leiden zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten. Exakte Angaben sind jedoch schwer zu machen, da sich soziale Phobien in ihrer Ausprägung sehr stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist. Soziale Angst darf zudem nicht mit sozialen Defiziten verwechselt werden, obwohl die soziale Phobie aus sozialen Defiziten entstehen kann (oder auch erst zu diesen führen kann).

Es erkranken etwa elf Prozent der Männer und etwa 15 Prozent der Frauen in ihrem Leben an einer sozialen Phobie.

Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten. Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich, wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zum begehrten Geschlecht) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, den Kollegen, den Nachbarn und selbst mit Nahestehenden zu führen.

(Quelle)

March  13   ( 3 )   +
HW